Freiburger Wintervorträge WS 20.21 12 Schreurs-Morét

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Prof. Dr. Anna Schreurs-Morét (Kunstgeschichtliches Institut)
Weltenbummler: Drei deutsche Maler im Italien des 17. Jahrhunderts

Reisen von Künstlern aus dem Norden, vor allem aus Deutschland, den Niederlanden und Frankreich, in die Kunstzentren Italiens gehörten seit dem späten 16. Jahrhundert zum Werdegang eines ambitionierten Malers oder Bildhauers. Der Vortrag möchte mit drei deutschen Malern bekannt machen, die sich im 17. Jahrhundert höchst produktiv in das italienische Kunstgeschehen „eingemischt“ haben; mit durchaus wechselseitigen Wirkungen: Adam Elsheimer, 1578 in Frankfurt am Main geboren, kam zu höchster Berühmtheit in römischen Kunstkreisen, dort starb er 1610 jedoch völlig verarmt. Von größtem Interesse ist es, in seinem Œuvre den Reaktionen des protestantischen Malers auf das Pathos der katholischen Malerei der Gegenreformation nachzuspüren. Johann Liss aus dem Holsteinischen (geb. um 1597) wirkte – nach Stationen in Amsterdam, Antwerpen und Rom – in größter Anerkennung der dort arbeitenden Maler vor allem in Venedig und starb auf der Flucht vor einer dort wütenden Pestepedemie 1631 in Verona. Bei Liss wie auch bei Elsheimer fällt es den Kunsthistorikern nicht leicht, sie überhaupt als deutsche Maler in die Handbücher aufzunehmen, in solch hohem Maße sind ihre Gemälde von den Motiven, den Farben und dem Licht der italienischen Malerei durchdrungen. Mit Johann Heinrich Schönfeld aus Biberach schließlich (geb. 1609) kommen wir zu einem Künstler, der seine wesentliche Prägung durch einige Jahre in Neapel erhielt, einer Stadt, die er während seiner künstlerischen Wanderjahre in Italien aufsuchte. Der Vortrag soll zunächst darlegen, welche Beweggründe die Italienreisen der deutschen Maler zu diesen Zeiten hatten. Der Schwerpunkt liegt aber auf den Werken von Elsheimer, Liss und Schönfeld und damit auf einigen herausragenden Werken der Barockzeit, von denen ausgehend verschiedene Fragen nach den Formen des kulturellen und künstlerischen Austauschs zwischen Italien und Deutschland ergebnisreich zu stellen sind.

Referent/in:

Prof. Dr. Anna Schreurs-Morét (Kunstgeschichtliches Institut)


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