Neues aus der Kultur WS21.22 09 Grätz

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Prof. Dr. Katharina Grätz
Letzte Menschen – höhere Menschen – Übermenschen. Menschlich-Unmenschliches in Friedrich Nietzsches Also sprach Zarathustra

Die Idee des Übermenschen hat Nietzsches Rezipienten von früh an in besonderer Weise fasziniert. Darüber geriet und gerät häufig in Vergessenheit, dass Also sprach Zarathustra dem Konzept des Übermenschen flankierend eine Vielfalt von Entwürfen des Mensch-Seins an die Seite stellt, ja ein ganzes Panoptikum menschlicher Existenzformen aufbietet. Bei diesen Entwürfen handelt es sich nicht allein um Wunschbilder, sondern ebenso auch um Negativvisionen, um abschreckende und stark verzerrte Bilder eines verkümmerten Menschen. Mit meinem Vortrag möchte ich das Panorama dieser unterschiedlichen anthropologischen Entwürfe auffächern und danach fragen, in welches Verhältnis der Text sie zueinander rückt. Also sprach Zarathustra soll so als ein Werk erschlossen werden, das die Möglichkeiten des Mensch-Seins in vielfältiger und schillernder Weise ausleuchtet und dem schwerlich ein konkretes Leitbild eines neuen Menschen abzuringen ist.

Katharina Grätz ist außerplanmäßige Professorin am Deutschen Seminar (Abteilung Neuere Deutsche Literatur) der Universität Freiburg und Wissenschaftliche Kommentatorin in der Forschungsstelle „Nietzsche-Kommentar“ der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

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