Klonen von Polymerkristallen

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1.12.2008: Prof. Dr. Günter Reiter (Physikalisches Institut, Univ. Freiburg): Wenn man einen einmal geschmolzenen Kristall wieder genauso nachwachsen lassen möchte (weil der Kristall vielleicht aus Versehen geschmolzen wurde), so kann man im Normalfall weder die Ausrichtung noch den Ort, wo der Kristall zu wachsen beginnt, vorhersagen. Keimbildung der kristallinen Phase innerhalb einer isotropen Schmelze ist ein statistischer Vorgang ohne bevorzugte Richtung und vorbestimmte Positionen. Für Polymerkristalle ist das Schmelzen allerdings ein komplexerer Vorgang. Tatsächlich können Polymerkristalle aufgrund ihrer Nichtgleichgewichtsstrukturen "gleichzeitig" schmelzen und kristallisieren. Durch Ausnutzung solcher meta-stabilen Zustände können wir erreichen, dass sich innerhalb eines zuerst geschmolzenen Polymereinkristalls eine große Anzahl von mikrometer-großen Polymerkristallen bildet, die alle die gleiche Größe und Form haben. Die Ausrichtung dieser "Klone" ist für alle identisch mit der Ausrichtung des Anfangskristalls Die Anzahl und die Anordnung dieser Klone kann mit Einschränkungen vorbestimmt werden.

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