Welt-Sichten SoSe22 11 Sittig

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  • hochgeladen 25. Juli 2022

Prof. Dr. Claudius Sittig (Deutsches Seminar, Abteilung Neuere Deutsche Literatur)
Aggregatzustände der Dichtung. Über Stimme und Schrift im Kontext literarischer Kommunikation

Der Vortrag geht von der Beobachtung aus, dass Literatur vor allem in zwei medialen Vermittlungsformen in der Welt ist: entweder sichtbar in Form von schwarzen typographischen Schriftzeichen auf weißem Papier – oder hörbar artikuliert aus dem Mund einer Sprecherin oder eines Sprechers. Mit beiden Medien sind wir intuitiv bestens vertraut, aber das Verhältnis von Medium und Botschaft bestimmen wir je unterschiedlich. In unserer typographischen Kultur gilt die Annahme, dass Texte typographisch so gestaltet werden können, dass die Gestaltung ganz im Dienst der Lesbarkeit steht und die Schriftzeichen gleichsam transparent werden, um den Blick auf den übermittelten Inhalt freizugeben. Im Unterschied dazu scheint sich die interpretierende Haltung eines Sprechersubjekts, das in seiner Stimme quasi körperlich präsent ist, notwendig vor den gesprochenen literarischen Text zu schieben. Im Vortrag wird es darum gehen, die historischen Gründe für diese starke mediale Opposition von Stimme und Schrift im Kontext von literarischer Kommunikation zu rekonstruieren und mit Blick auf eine Reihe von Beispielen zu fragen, wie sich das Verhältnis anders bestimmen ließe.

Referent/in:

Prof. Dr. Claudius Sittig (Deutsches Seminar, Abteilung Neuere Deutsche Literatur)


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