Neues aus der Kultur WS21.22 06 von den Hoff

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Prof. Dr. Ralf von den Hoff
Deformierte Körper als Spektakel im antiken Rom

Im antiken Griechenland und Rom waren entblößte Körper oft sichtbar, ihre Bilder sogar omnipräsent: Götter und Heroen wurden nackt dargestellt, und nackte Porträtstatuen sogar der Kaiser bevölkerten öffentliche Räume der antiken Städte und Heiligtümer. Idealisierte, trainiert erscheinende Männerkörper dominierten dabei die visuellen Erfahrungen. Ein bezeichnender Fall für die Inszenierung dieser exklusiven Körperideologie ist um 210 n. Chr. in den ‚Caracallathermen‘ in Rom zu beobachten: Neben gewaltigen marmornen Statuen wie dem muskulösen ‚Hercules Farnese‘ stand in der spektakulären Badeanlage auch die kleine Porträtstatue eines bucklig dargestellten Mannes. Der Vortrag geht der Frage nach, welche visuellen Effekte und kulturellen Praktiken damit verbunden waren. Was erfahren wir über die Besucher der Thermen im kaiserzeitlichen Rom, wenn sie an solchen Bildern als Spektakel und Luxus Gefallen fanden?

Ralf von den Hoff ist Professor für Klassische Archäologie am Institut für Archäologische Wissenschaften und Sprecher des SFB 948 „Helden – Heroisierungen – Heroismen. Transformationen und Konjunkturen von der Antike bis zur Moderne“ an der Universität Freiburg.

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